Behandlung einer Milchkuh





Manchmal begegnen einem Fälle, bei denen man sich nicht sicher ist, ob man überhaupt etwas bewirken kann. So ging es mir bei dieser Milchkuh.


Vermutlich hatte sie eine unangenehme Begegnung mit dem Stier hinter sich. Als ich sie zum ersten Mal sah, zeigte sie deutliche Schmerzen im Bereich des Rückens und des Beckens. Auch die linke Schulter schien betroffen zu sein. Sie lief lahm und jede Bewegung wirkte mühsam und schmerzhaft.

Der Tierarzt war bereits vor Ort gewesen und hatte ihr Schmerzmittel verabreicht. Trotzdem war ich zunächst unsicher, ob eine Behandlung überhaupt einen spürbaren Unterschied machen würde. Die Einschränkungen waren deutlich, und die Kuh wirkte stark belastet.

Umso erfreulicher war die Reaktion nach der ersten Behandlung. Bereits drei Tage nach der Behandlung lief sie sichtbar besser und bewegte sich deutlich freier. Die Entlastung schien ihr gutzutun, und man konnte erkennen, dass sie wieder mehr Vertrauen in ihre Bewegungen gewann.

Bei der zweiten Behandlung konnten die positiven Veränderungen nochmals unterstützt werden. Die Lahmheit nahm weiter ab, die Bewegungsabläufe wurden harmonischer und die Kuh wirkte insgesamt deutlich wohler.

Heute kam dann die schönste Nachricht: Sie kann gemeinsam mit ihren Freundinnen z'Alp. Für mich ist das immer einer der schönsten Momente – wenn ein Tier, das noch vor kurzer Zeit grosse Mühe hatte, wieder am normalen Herdenleben teilnehmen kann.


Solche Verläufe erinnern mich immer wieder daran, wie viel der Körper leisten kann, wenn er die richtige Unterstützung erhält – und wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Tierhalter, Tierarzt und Therapeut sein kann.